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Sie lebt noch

Die meisten Leute reagieren etwas ungläubig, wenn ich ihnen erzähle, daß ich (Jahrgang ’79) im Herbst 1988 politisiert wurde. Wenn ich ihnen dann erzähle, wie es dazu kam, so schauen sie noch immer ungläubig – aber mir glauben sie immerhin.

Ich stamme nämlich aus Bayern. Und im Herbst 1988, genauer am 3. Oktober, da ging der größte aller jemals gelebt habenden, aller lebenden und aller jemals noch kommenden Bayern von uns. Das war zumindest die offizielle bayerische Ansicht damals, im Herbst 1988. Eine offizielle bayerische Ansicht gab es da wirklich noch, und das hatte zu tun mit dem größten aller Bayern und seiner Partei. Ihm und seiner Partei gehörte damals nicht nur die Macht in Bayern, sondern auch der Bayerische Rundfunk, der deshalb öfters mal auf Geheiß des größten aller Bayern aus der Sendegemeinschaft der ARD ausstieg. Ihnen gehörten die bayerischen Fluren, die bayerischen Berge, Dörfer und Schulen – ja sogar der bayerische Himmel. Weiterlesen …

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Durch Danubistan. Vierter Teil: Der Altersruhesitz

Nur ein Kilometer musste geradelt werden, dann war gleich hinter Passaus Innstadt Österreich erreicht. Gefühlt also war nun das Ziel schon deutlich näher als noch in Passau, auch wenn noch nicht einmal die Hälfte des Weges hinter mir lag. Doch in meiner Vorstellung teilt sich Österreich inzwischen wesentlich in „Berge“ und „Wiener Umland“, und weil hier keine Berge standen, musste das hier Teil des Umlands und deshalb Wien nahe sein. Auch Entfernungen sind eben nicht unbedingt objektiv bemessbar. Weiterlesen …

Durch Danubistan. Dritter Teil: Identitätsfragen

In Passau angekommen, müssen wir kurz verweilen, denn in Passau drängt sich eine Frage auf, die furchtbar verwirrend ist, aber, wenn schon nicht gelöst, so doch diskutiert sein will, wo wir doch eben die Donau entlang radeln wollen:

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Durch Danubistan. Zweiter Teil: Italienische Etikette

Will man von Landshut weiter nach Passau, so gibt es zwei Möglichkeiten: Man fährt die Isar entlang bis zu ihrer Mündung bei Deggendorf und folgt dann der Donau. Oder man durchlängt das Vilstal bis Vilshofen und folgt dann ab dort der Donau. Augenscheinlich ist der Weg über Deggendorf deutlich länger, und so entschieden wir uns für die Fahrt durchs Vilstal.

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Durch Danubistan. Erster Teil: Von Emporgekommenen und Abgehängten

Eigentlich, das muß gleich vorweg eingeräumt sein, fuhren wir ja nur durch einen Teil Danubistans, den vorderen und, so lautet das Klischee, an dem – wie an jedem Klischee – auch Wahrheit haftet, zivilisierten Teil; jenen Teil, in dem Zungen gesprochen werden, die man halbwegs getrost mit dem Adjektiv „deutsch“ belegen kann. Und auch diesen Teil durchquerten wir nicht, den Regeln gerecht, von der Quelle an, sondern wir begannen unsere Reise in der größten Stadt an jenem Zulauf der Donau, der dem Namen nach einstmals von reißender Kraft gewesen sein muß, inzwischen aber zum harmlosen Bächlein verkommen ist: in München also, an der Isar.

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Die Krise – oder: Europa

Heute abend fuhr ich heim, wie meistens mit der U-Bahn, und wie meistens wollte ich Musik hören. Nun ist es so, daß ich meine Musiksammlung eher nachlässig pflege, weshalb auf meinem Handy sich etliche Ordner befinden, betitelt mit: Unbekannter Interpret. Und da kann es dann schon mal zu Verwechslungen kommen. Heute abend zum Beispiel. Ich wollte eigentlich ganz was anderes hören, aber ich verwechselte die vielen ungeordneten Ordner, und ich klickte auf einen, den ich gar nicht hören wollte, und es ertönte „We didn’t start the fire“ von Billy Joel. Unerwartet. Überraschend.

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Durchwachsen

Sommer in Deutschland. Das ist seit nunmehr zwölf Jahren eine durchwachsene Angelegenheit. Durchwachsen ist aber ein Adjektiv, mit dem kommt der Deutsche als solcher nicht zurecht. Es sei denn beim Grillen.

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